Meine Welt

Noch ein Umweltblog?

Nachdem ich die ersten Leser der Grünen Walnuss in den letzten Wochen willkommen heißen durfte, begann auch schon das Gedankenkarussell.

Wieso mache ich das hier eigentlich?

Verstehen meine Leser den Sinn hinter diesem Blog?

Sind meine Artikel interessant genug?

Wenn man mit dem Bloggen anfängt, dann ließt man überall: Du musst Mehrwert anbieten und deinen Leser zur Lösung eines Problems kompetent beraten.

Aber ich fange doch gerade erst an, mich mit vielen Umweltthemen zu beschäftigen, welchen Mehrwert kann ich da bieten? Und es gibt unendlich viele bessere, durchdachtere, ältere und interessantere Blogs als meinen. Wie soll ich da überhaupt etwas bieten?

In diesem Artikel mache ich mir ein paar Gedanken zur Zielstellung meines Blogs und gebe euch einen kleinen Einblick in mein bisheriges Leben als „Öko“.

 

Erwachen meines Umweltbewusstseins

 

Die Natur war mir schon immer sehr wichtig. In meinen frühen Kindheitserinnerungen baue ich beim Sonntagsausflug Dämme im Bach und Insektenhotels aus Zweigen am Ufer. Ich stopfe mich mit Sauerampfer voll und habe die Hände voller Brennnesselstiche. Leider bin ich auch ein geborenes Stadtkind und muss anschließend dem Wald bis zum nächsten Wochenende entsagen. Vielleicht weckte gerade dies meine anhaltende Sehnsucht nach der Natur.
Zum Glück kreuchten und fleuchten auch in den Hinterhöfen meiner Kindheit Igel, Hasen und Insekten aller Art. Kastanien konnten im Herbst direkt vor dem Haus gesammelt werden und einmal verdiente ich mir sogar den Namen „Kräuterhexe“ unter den Nachbarskindern, da ich den Duft der Pflanzen liebte und mit einem Haufen Blüten und Blättern durch den Hof rannte.

 

Das Bewusstsein für die Natur schwand auch nicht, als mir in meiner Jugendzeit erste Ideen Vegetarier zu werden im Elternhaus versagt wurden. Kurz vorher hatte ich den Film „We Feed the World“ gesehen und befand mich in einer Art Schockzustand. Ich fühle mich hoffnungslos allein mit meiner Verzweiflung aufgrund der Einblicke in die Massentierhaltung- und Verarbeitung.

 

 

 

Nach meinem Abitur absolvierte ich ein freiwilliges ökologisches Jahr in einem Wasserlabor. Besonders die Probenahme bei Wind und Wetter, zu Fuß und im Boot, hatt es es mir angetan. Außerdem taten insgesamt 5 Seminarwochen zu ökologischen Themen ihr übriges – ein neuer Öko war geboren. Diesmal fühlte ich mich nicht hilflos. Ich war älter und wusste, welche Dinge ich in meinem Leben ändern musste, um von mir verhasste Zustände nicht mehr zu unterstützen.

 

Mit Beginn des Studiums in einer Umweltwissenschaft verringerte ich Schritt für Schritt meinen Fleischkonsum. Zuerst wollte ich nur noch Fleisch essen, wenn es Wild bei den Großeltern meines Freundes gab. Doch je mehr ich mich in die Materie vertiefte, desto weniger stimmte ich damit überein, überhaupt ein Tier zu essen. Der komplette Abbruch erfolgte in meinem zweiten Unisemester. Was hatte ich für eine Angst vor den Reaktionen meines Umfeldes. Doch bis auf einige typische Sprüche hielt sich alles in Grenzen und auch Menschen, die es für eine Phase hielten, wurden bis heute enttäuscht.

 

Der Heutige Stand

 

Heute „verzichte“ ich zusätzlich zu Fleisch auf einen Großteil an Milchprodukten. Zumindest im Vergleich zu früher. Ich trinke keine pure Milch, habe meinen ständigen Puddingnachtisch gestrichen und gebacken wird nur noch vegan. Auch Eier kaufe ich nicht privat, auch wenn ich zu einem Omelett bei Freunden oder beim auswärts Frühstücken nicht Nein sage. Nur von Käse konnte ich mich bis heute nicht lossagen. Mittlerweile macht mir das auch kein schlechtes Gewissen mehr. Ich konnte mich von einem beginnenden Perfektionsanspruch an mich freisprechen und versuche einen ganzheitlichen Ansatz durch alle Lebensbereiche zu praktizieren.

 

Ganz nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

 

Am Anfang meiner vegetarischen Reise war ich hin und her gerissen zwischen: Alle müssen erfahren, was für Missstände herrschen! Und: Ich will keiner der missionierenden Vegetarier werde, hoffentlich fühlt sich nur ja niemand von mir genervt. Ich habe schließlich den Weg gewählt, es einfach niemandem auf die Nase zu binden. Viele haben meinen Umstieg somit erst Monate später überhaupt mitbekommen. Auf Fragen antworte ich stets offen und ehrlich, aber ohne zu missionieren. Nur auf dumme Fragen gebe ich keine Antworten mehr und lasse mich nicht mehr auf eine Diskussion a la: „Du isst aber meinem Essen das Essen weg und dein Soja zerstört den Regenwald“ ein.

 

Was das schon wieder soll?!

 

Tja. Und als sich endlich alle an mein vegetarisches Dasein gewöhnt hatten, fing sie auch noch damit an, Plastik vermeiden zu wollen.

 

 

Vom Jahresmüll im Marmeladenglas bin ich noch weit entfernt und werde es auch noch lange sein. Ich freue mich über jeden kleinen Schritt und sehe Zero Waste als Herausforderung an mich selbst und nicht als Verbot.

In einer Gesellschaft, in welcher man alles käuflich erwerben kann, freut man sich viel mehr über die kleinen selbst gemachten Dinge. Ein Geschenk an sich selbst im hektischen Alltag.

 

Ziel meines Blogs

 

Und somit sind wir hier bei diesem Blog angekommen. Ich möchte niemanden belehren. Ich möchte mich nicht hervorheben und perfekt darstellen.

 

Für mich sind gewisse Handlungen und Lebensweisen mittlerweile einfach Alltag geworden und genau diesen möchte ich hier mit euch teilen. Ich möchte zeigen, wie einfach es manchmal sein kann, ein wenig umweltbewusster zu leben, dass es weniger mit Verzicht und viel mehr mit Gewinn zu tun hat.
Gewinn an Lebensqualität und Achtsamkeit, sich selbst und seiner Umwelt gegenüber.

Ich weiß nicht, ob ich mich mit diesem Blog aus der Vielzahl an wirklich guten ökologischen, veganen und müllfreien Blogs hervorheben kann. Ob ich „Mehrwert“ erzeugen kann und Dinge präsentieren kann, die man nicht auch schon bei anderen Bloggern findet.

 

Aber das hier ist meine Reise.

 

Eine Reise in kleinen Schritten und ohne Perfektion. Eine Reise, die Spaß machen soll, vielleicht Begeisterung weckt und den ein oder anderen Mitfahrer findet. Manche werden nur einen Teil der Reise mitgehen, andere nur eine kurze Strecke mitdüsen und wieder andere winken mir nur kurz zu. Manchen Mitreisenden hilft man nur mit kleinen Tipps und andere kann man vielleicht auch inspirieren. Auf jeden Fall hoffe ich, mit meinem Blog einen kleinen Eindruck zu hinterlassen.

Und über wichtige Dinge kann man meiner Meinung nach auch nicht oft genug schreiben.

 

 

Die Quintessenz

 

Ich möchte mit diesem Blog dazulernen. Vielleicht Menschen meine seltsamen Ideen näherbringen. Mich kreativ zu wichtigen Themen austoben. Endlich wieder mehr schreiben. Gelesen werden. Mir eine Meinung bilden und diese vertreten. In Diskussion mit Gleichgesinnten treten und gemeinsam wachsen.
Halb Tagebuch, halb Anleitung. Gewürzt mit Ideen, Anregungen, Wissenswertem und einer Menge Herzblut.

 

Das ist das Ziel für die Grüne Walnuss.

 

Ich bin gespannt, wohin die Reise geht und freue mich immer über Feedback und Fragen.

 

 

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10 Kommentare zu “Noch ein Umweltblog?

  1. hallo, gratuliere zu deinem Blog – Start – Umwelt und alles was wir dafür tun können unseren Lebensraum nicht zu verschlechtern erscheint mir als wichtig.

    alles liebe angelique (ebenfalls Bloganfänger @angeliquelivingantik)

    1. Hallo Julia, das feut mich sehr! 🙂 Ich bin auch immer sehr gespannt auf die Artikel in deinem Blog, ich möchte demnächst mal den Frischkäse ausprobieren, das klingt so wahnsinnig einfach 😀 Ganz liebe Grüße Lisa

  2. Das ist ein Blog ganz nach meinem Geschmack, ich bin selbst Veganerin, achte sehr auf meinen ökologischen Fußabdruck und lege viel Wert auf Nachhaltigkeit. Ich schaue hier sicher öfter mal vorbei 🙂

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