Umwelt zu Hause

Schokolade selber machen – eine nachhaltige Alternative?

Eigentlich wollte ich diese Woche noch einen Artikel für die Kategorie „Umwelt aktuell“ schreiben und mich und euch über die Inhaltsstoffe in konventionellem Waschmittel informieren.

Da es jedoch nächste Woche schon auf den Jakobsweg geht, gibt es noch so viel zu organisieren, dass ich dieses wirklich umfangreiche Thema erst einmal aufschieben musste.

Inmitten meiner Planung habe ich heute richtig Heißhunger auf Schokolade bekommen.

 

Um Schokolade machen meine Zero Waste Bestrebungen bis jetzt einen Bogen, auch wenn ich den Konsum schon erheblich minimieren konnte.

 

Aber heute wollte ich es wissen:

Kann ich mich mit Schokolade selbst versorgen?

Und kann ich damit wirklich nachhaltiger leben?

 

Das Rezept

 

Im Internet stieß ich auf folgenden Artikel vom Blog Cakeinvasion, welcher von Chia vom Blog Wastelandrebel betrieben wird:

 

Schokolade selber machen (vegan)

 

Chia verwendet darin Kokosöl, Agavendicksaft und Kakaopulver. Aber auch Puderzucker statt Agavendicksaft wird empfohlen.

Ich hatte Kokosöl, Puderzucker und Kakaopulver im Haus und habe das Rezept – wie immer ohne Mengenangaben – an einer Kleinstmenge ausprobiert.

Dazu wurden die 3 Zutaten in einer Schüssel vermengt (ich habe mir auch gleich das Erhitzen gespart, da mein Kokosöl im Sommer ohnehin flüssig ist) und anschließend in kleine Silikonförmchen zum Aushärten im Kühlschrank gefüllt. Nach einer Stunde habe ich wieder nachgesehen und lecker knackige Schokoladenplätzchen vorgefunden.

 

 

 

Der Geschmack und die Performance

 

Der Geschmack wird je nach Zucker und Kakaoanteil immer etwas anders ausfallen. Meine Schokolade hat mich an Halbbitterschokolade mit einem Hauch von Kokosnuss erinnert.

Die fertige Schokolade wird am besten im Kühlschrank aufbewahrt, da sich das Kokosöl je nach Raumtemperatur schnell wieder verflüssigt. Auch sollte die Schokolade nicht zu lange in den Händen gehalten werden, da man ansonsten zu einem klebrigen Schokomonster mutiert.

 

 

Alles in allem war die vegane DIY-Schokolade sehr lecker und schnell und einfach hergestellt. Besonders im Sommer ist die erfrischend knackige Schokolade außerdem eine schöne Abwechslung.

 

Kritische Meinung zu Kokosöl

 

Kokosöl wird seit geraumer Zeit als Alleskönner für Speisen und Kosmetik gefeiert. Auch ich bin ein wenig dem Hype verfallen. Warum ich Kokosöl aber nur in geringen Mengen und bewusst einsetzen möchte, erkläre ich euch jetzt.

 

Weite Transportwege

Wie Ölpalmen (z.B. Palmöl) wachsen auch Kokosbäume nur in den Tropen. Das Öl legt somit eine Reise rund um den Globus zurück, bis es bei uns zu Hause ankommt. Der damit einhergehende CO2 Ausstoß ist enorm.

 

Große Anbauflächen in den Tropen

 

Regenwald.org: Die größten Anbauflächen mit Kokospalmen liegen in Indonesien, den Philippinen, Indien, Tansania, Sri Lanka, Brasilien sowie Papua Neuguinea. […] Also Länder, in denen Regenwälder abgeholzt, die Korruption verbreitet und die Menschenrechte missachtet werden. (Link)

 

Momentan wird der Anbau von Kokospalmen noch von Kleinbauern dominiert. Jedoch hat sich die Anbaufläche in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt. Je mehr die Nachfrage nach Kokosöl steigt, desto ähnlicher wird der Anbau von Kokosöl dem Anbau von Palmöl.

 

Dies bedeutet:

 

  • Mehr Monokulturen

 

  • Fortschreitende (illegale) Regenwaldzerstörung (Wüstenbildung, Verlust einer einzigartigen Artenvielfalt, Störung des globalen Wasserkreislaufes, CO2 Freisetzung, …)

 

  • Verschärfung der sozialen Ausbeutung vor Ort

 

 

Fazit

 

Der Hauptbestandteil des Rezeptes ist Kokosöl, welches bei unter 20 °C eine feste Konsistenz aufweist. Das ist auch schon das ganze Geheimnis: Die Kakao- und Zuckerbestandteile werden in das flüssige Kokosöl gerührt und das Ganze erstarrt im Kühlschrank von allein.

Als schnellen Snack für zwischendurch fand ich die Idee ziemlich gut und die Schokolade ist schnell zubereitet und schmeckt richtig lecker. Aufgrund der Kokosölproblematik stellt das Rezept jedoch keine nachhaltige Alternative für mich da.

 

Für den Zuckerschock zwischendurch halte ich mich da lieber an den Bäcker gegenüber und die Frischetheke des Discounters. Und abends auf dem Sofa ist frisches Obst viel gesünder.

In wirklich schlimmen Heißhungerfällen werde ich aber vielleicht ab und zu auf dieses Rezept zurückkommen.

 

Nachhaltig leben ist eben im wahrsten Sinne manchmal eine Bauchentscheidung. 

 

 

 

Weiterlesen zum Thema

 

Ist Kokosöl eine ökologische Alternative zu Palmöl?

 

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2 Kommentare zu “Schokolade selber machen – eine nachhaltige Alternative?

  1. Wow! Das ist ein wirklich informativer Post. Ich finde es toll, dass Du uns nicht nur das Rezept, sondern auch gleich die damit verbundene Problematik zum Thema Kokosöl vorstellst!

    Liebe Grüße,
    Lisa

    1. Hallo Lisa 😉

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Es ist mir wichtig, die sogenannte Alternativen auch in Hinblick auf ihre Nachteile zu betrachte. Das ist nur manchmal gar nicht so einfach, wirklich an jeden Aspekt zu denken. Aber besonders beim Thema Kokosöl habe ich in letzter Zeit viel dazu gelernt. Ich mag es trotzdem und werde es auch weiter verwenden, aber bewusst und sparsam.

      Liebe Grüße

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